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Emissionsrechtehandel in der Wohnungswirtschaft

Kyoto liegt in Hessen

 

Keine Frage, der Wohnungsbestand gehört zu den CO2-Verursachern Nummer eins hierzulande. Und obwohl der politische Wille zur Energieeinsparung zweifellos da ist, tut der Gesetzgeber sich sehr schwer, das Mietrecht zu öffnen, um Modernisierungsmaßnahmen im Bestand zu erleichtern. Stillstand also, könnte man meinen. Doch in der Praxis der Bewirtschaftung machen immer mehr erneuerbare Energiekonzepte von sich reden. Wenn Berlin nicht hilft, dann eben Kyoto – das Kyoto-Protokoll sieht einen flexiblen Mechanismus vor, der emissionsmindernde Maßnahmen im Bestand teilfinanziert, das Joint Implementation. Wie das geht? Die Hamburger URBANA Energietechnik macht's vor.

 

Ortstermin in Raunheim bei Rüsselsheim. Dort beliefert die URBANA seit vier Jahrzehnten die Wohngebäude in der Ringstraßensiedlung mit Wärme. Sowohl die Wärmeerzeugungsanlage als auch das Wärmeversorgungsnetz der Raunheimer Wohnanlage mit über 100 Übergabestationen sind Eigentum der URBANA. Nun wird modernisiert. Der größte Teil der produzierten Wärme wird künftig durch eine moderne Holzpelletanlage mit einer Wärmeleistung von 4 Megawatt mit automatischer Beschickung ersetzt. Ein Elektrofilter sorgt innerhalb der Anlage für eine hocheffektive Reinhaltung der Abgase, die nur noch aus CO2 und Wasser bestehen. Nur in Spitzenlastzeiten wird URBANA auf fossile Brennstoffe nicht ganz verzichten können: Peaks werden durch zwei Backup-Kessel mit 5,8 und 3,7 Megawatt abgedeckt.


Die energetischen Maßnahmen bewirken, dass in Raunheim fast drei Viertel der bisher eingesetzten fossilen Energieträger durch klimafreundliche, erneuerbare Energien ersetzt werden können – eine Emissionsminderung, von der selbst das Kyoto-Protokoll nur zu träumen wagt. Holzpellets sind CO2-neutral, da das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung der Pellets in die Atmosphäre gelangt, gleichzeitig vom nachwachsenden Holz der Luft entzogen wird. Die Bewohner der Ringstraßensiedlung heizen somit künftig klimafreundlich. "Unsere Strategie lautet ganz klar, den Einsatz von regenerativen Energien zu forcieren. Doch ein Projekt lebt nicht allein vom grünen Gedanken, es muss auch wirtschaftlich sein", erklärt Thomas Kreckel-Straubinger, Regionalleiter Süd bei der URBANA. Neben den ökologischen Argumenten prüfte URBANA in Raunheim also auch die ökonomischen Vorteile, die für die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung sprechen. Bei der Finanzkalkulation wurde freilich nicht nur die Kostenersparnis durch den geringeren Brennstoffeinsatz einbezogen. Auch das Kyoto-Protokoll wurde einkalkuliert. Das heißt konkret: URBANA bringt die CO2-Reduktion in das Joint Implementation Modellprojekt Hessen (JIM.Hessen) ein. Bei errechneten 4700 Tonnen Kohlendioxid Einsparung jährlich kann der Energiedienstleister über Zertifikatverkauf knapp 15 Prozent der Investitionssumme in die grüne Heizanlage über JIM.Hessen gefördert bekommen. Das Instrument der Joint Implementation ist in Artikel 6 des Kyoto-Protokolls festgelegt. Es ermöglicht Industrieländern, gemeinsam Klimaschutz-Projekte durchzuführen. Dabei wird das Projekt (zum Beispiel die Modernisierung der Heizanlage in Raunheim) zwar in Deutschland durchgeführt, aber von einem anderen Industrieland (teil-)finanziert. Die in Raunheim vermiedenen Emissionen darf das sie finanzierende Land zusätzlich emittieren oder sich als Emissionsguthaben gutschreiben lassen. Neben der Umwelt profitiert natürlich auch das Unternehmen, das in die Zukunftstechnologie investiert. "Joint Implementation ermöglicht uns die Anschub- beziehungsweise Überbrückungsfinanzierung. Und dies ohne großen verwalterischen Aufwand", berichtet Kreckel-Straubinger. Der Zertifikatverkauf ist ein einfaches, standardisiertes Verfahren, der interne Bearbeitungsaufwand ist gering. "Wir haben bei allen unseren JIM-Projekten immer eine schnelle Rückmeldung über die Annahme unserer Projekte erhalten, was enorme Planungssicherheit verschafft", freut sich Kreckel-Straubinger. Neben dem Fernwärme-Heizwerk Raunheim teilfinanziert URBANA auch eine Wärmeversorgungsanlage in Wiesbaden und eine Heizzentrale für eine Kaserne im Siegerland über regionale Joint Implementation Modelle.


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Seit vier Jahrzehnten beliefert URBANA die Wohngebäude in der Ringstraßensiedlung mit Wärme, nun wird modernisiert. Der größte Teil der produzierten Wärme wird künftig durch eine moderne Holzpelletanlage mit einer Wärmeleistung von 4 Megawatt mit automatischer Beschickung ersetzt. Ergebnis: fast drei Viertel der bisher eingesetzten fossilen Energieträger können durch klimafreundliche, erneuerbare Energien ersetzt werden.
Foto: URBANA


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Kleine Schnipsel, große Wirkung: Durch den Einsatz von Holzpellets werden künftig 75 Prozent der gesamt erzeugten Wärmemenge CO2-neutral produziert.
Foto: URBANA

 

Bei Bedarf werden die Fotos gerne nachgeliefert.

Kontakt: info@urbana.de



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